𝟮𝟬 𝗧𝗲𝗶𝗹𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻𝗱𝗲 𝘁𝗿𝗮𝗳𝗲𝗻 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝘁𝗮𝗿𝘁𝘂𝗽-𝗦𝗰𝗵𝗺𝗶𝗲𝗱𝗲 𝗮𝘂𝗳 𝗴𝗲𝗯𝗮𝗹𝗹𝘁𝗲 𝗘𝘅𝗽𝗲𝗿𝘁𝗶𝘀𝗲, erhielten praktische Tipps und 𝗔𝘂𝘀𝘁𝗮𝘂𝘀𝗰𝗵möglichkeiten. Die einen wollten hinein schnuppern und eine Gründung durchspielen. Die anderen kamen mit einer konkreten Idee oder gar als frischgebackene Jungunternehmer ins Tenum Liestal. 𝗔𝗺 𝗶𝗻𝘁𝗲𝗻𝘀𝗶𝘃𝗲𝗻 𝗪𝗼𝗿𝗸𝘀𝗵𝗼𝗽 𝘄𝘂𝗿𝗱𝗲𝗻 𝗮𝗻𝗵𝗮𝗻𝗱 𝗸𝗼𝗻𝗸𝗿𝗲𝘁𝗲𝗿 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵ä𝗳𝘁𝘀𝗺𝗼𝗱𝗲𝗹𝗹𝗲 𝗞𝘂𝗻𝗱𝗲𝗻𝗯𝗲𝗱ü𝗿𝗳𝗻𝗶𝘀𝘀𝗲 𝘀𝗼𝘄𝗶𝗲 𝗺ö𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗟ö𝘀𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 dazu 𝗱𝗶𝘀𝗸𝘂𝘁𝗶𝗲𝗿𝘁. 𝗛𝗶𝗲𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗛𝗶𝗴𝗵𝗹𝗶𝗴𝗵𝘁𝘀:
Marie arbeitet seit 30 Jahren bei einer Bank und spielt mit dem Gedanken, die eigene Firma zu gründen. Stefanie1 kommt aus der Pharma-Forschung und sprüht vor Ideen (Foto). Nils arbeitet als Polymechaniker. Ihn interessiert, wie Selbständigkeit funktioniert. Marvin weiss, dass es dabei einige Hürden zu überwinden gibt…
Die Beweggründe, an der Startup-Schmiede teilzunehmen, sind so vielfältig wie die vorgestellten Geschäftsideen:

Von der Proptech-Software bis zum Carwash Pod
Janis Binggeli ist bereits frischgebackener Unternehmer. Er hat im Mai ImmoSync gegründet, eine Schweizer PropTech-Software für private Vermieter und kleinere bis mittlere Immobilienverwaltungen. (Die Plattform bündelt Vermietung, Instandhaltung und Dokumente in einer cloudbasierten App.) Er will am Event schauen, was noch geht.
Fanni will etwas für die Umwelt tun und plant (ausgestattet mit einem Zelt und einer Auffangmatte) eine mobile und platzsparende Reinigung von Autos zu Hause oder am Arbeitsplatz. Die gebürtige Ungarin möchte im Team ihre Geschäftsidee zum «Eco Carwash Pod» weiterentwickeln, an der sie seit anderthalb Monaten arbeitet und die sie mit Hilfe von KI visualisiert hat.
Stefanie2 lässt sich in ganzheitlicher Ernährungsberatung zertifizieren. Ihre Idee: die Bedürfnisse von Frauen über 40 zu entwickeln, die über das Thema Gewichtsreduktion hinausgehen und sich stattdessen auf die gesamten Lebensumstände ausdehnen.
Ellen ist mit 'shine first' am Start und ist dabei, kleine Events durchführen rund um «Mindfulness in Kombination mit Kreativität». Am Event möchte sie Feedback und Infos zum weiteren Vorgehen einholen und darauf basierend ein Coaching aufbauen.
Mikrobiom-Therapie aus der Not entstanden
Wie sich erste Ideen in konkrete Angebote wandeln lassen, wurde den Teilnehmenden an der Startup-Schmiede auch mit dem praktischen Beispiel von Monika Meister veranschaulicht. Seit letztem April ist die Inhaberin von HappyBiome am Start und bietet damit (als erste in der Schweiz) eine personalisierte Mikrobiom-Therapie an zur individuellen Behandlung des komplexen Mikroorganismen-Haushalts im Darm.
Am Event erzählte sie den Teilnehmenden von ihrer Geschäftsidee, die aus einer persönlichen Erfahrung entstand, und von der Gründung ihres Jungunternehmens sowie den damit verbundenen Herausforderungen.
Begleitet durch den Business Park Baselland hat sie sich mit dem Businessplan eine Struktur erarbeitet. Momentan ist sie mit externer Unterstützung daran, die Sichtbarkeit für ihr Beratungsangebot mit Hilfe einer SM-Kampagne zu erhöhen. Keine einfache Sache bei einem so «erklärungsbedürftigen Thema».
Eigenes Geld mitbringen
Projektleiterin Dorotea Ganser erläuterte an der Startup-Schmiede die Förder-Initiative startup baselland (Foto links). Dazu stellten sich die Organisationen dahinter mit ihren Angeboten entlang den diversen Gründungs- und Entwicklungs-Phasen vor.

Gaudenz von Capeller, Geschäftsführer, Business Parc Reinach, fasste die Finanzierungs-Möglichkeiten für Startups zusammen – vom Eigenkapital (z.B. durch Familie & Freunde und Investoren) bis zu Bankkrediten (Foto rechts). Weiter schilderte er die Rechtsformen wie Einzelfirma, GmbH und AG. Seine Tipps: «Bereitet euch gut auf die Gründung vor, prüft euer Geschäftsmodell in eurem Umfeld und brecht es klar verständlich herunter. Bringt möglichst eigenes Geld mit und bekommt eure Kosten in Griff.» Ebenfalls wichtig sei, ehrlich zu sein und auch mögliche Risiken zu kommunizieren.
Mit Minimal-Version Produkt testen
Michele Matt, Geschäftsführer, Business Park Baselland, erklärte, wie sich mit dem «Minimum Viable Product» – der ersten und minimal funktionsfähigen Version eines Produkts oder einer Dienstleistung – schnellstmöglich echtes Nutzerfeedback erzielen lässt. Mit diesem «Prototypen» kann man etwa anhand einer Landing Page, eines Erklär-Videos oder von Kunden-Interviews «die Marktfähigkeit eines Produkts mit minimalem (auch finanziellem) Aufwand und maximalem Lernerfolg testen und das Angebot validieren oder entsprechend anpassen. Bei MyCamper (dessen Gründer er war) liess sich damals via Crowdfunding nicht nur Geld, sondern auch wertvolles Feedback fürs Unternehmen generieren, führte er aus.
«Pains and Gains» diskutieren
Moritz Kistenmacher, Geschäftsführer Startup Academy Baselland, veranschaulichte das Business Modell bzw. das Value Proposition Canvas. Mit dieser Methode kann man das Geschäftsmodell, die Werteversprechen (wie Nutzen sowie Problemlösungen) und Kundensegmente herauskristallisieren. Sie bildete die Grundlage für den folgenden Workshop:
Im praktischen Teil wurden rund um die Geschäftsideen von Yanis (Proptech-Software) und Fanni (Carwash Pod), von Stefanie (Ernährungsberatung) und Ellen (Entspannungs-Coaching) vier Workshop-Gruppen gebildet (Foto v.l.).
Dazu versetzten sich die Teilnehmenden wechselseitig und je 15 Minuten mal in die Lage potenzieller Kunden und ihrer Bedürfnisse und Probleme, mal diskutierten sie Lösungsvorschläge dazu. (Dazu verwendeten sie Post-Its, standen intensiv im Dialog miteinander und wurden dabei eng von den Startup-Coachs begleitet.)
«Guter Ansatz mit Value Proposition Canvas»
Janis, Fanni, Stefanie und Ellen und kamen ihren Vorstellungen einen Schritt näher oder fühlten sich in ihrem Tun bestätigt.
«In Kürze entstanden aus den Brainstorming-Sessions viele neue Ideen (wie Starter-Woche fürs Coaching oder Wasser-Trekking zum Carwash Pod); bestehende Geschäftsmodelle wurden geschärft oder geändert. Dazu bildete Value Proposition Canvas einen guten Ansatz zur Interaktion in der Gruppe», so das Fazit.

Am Apéro vernetzten sich die Teilnehmenden weiter und nahmen frische Impulse mit auf den Weg. Manche planen bereits den nächsten Schritt in die Selbständigkeit und melden sich bei einer Startup-Organisation zum kostenlosen Beratungsgespräch an.
Bericht: Kathrin Cuomo-Sachsse, Redaktion startup baselland; Fotos: Aljoscha Oesch, Lupus Media