news vom 30.10.26

Brücke zum Kapital schlagen

Die Startup Academy Basel und Baselland lancieren neu die «Kapitalbrücke beider Basel». Ziel ist, gemeinsam ein regional verankertes Finanz-Ökosystem aufzubauen. Die neue Plattform soll (erfolgsversprechende) Jungunternehmen aus der Region an regelmässig stattfindenden Netzwerk- und Pitching-Anlässen systematisch mit potenziellen KapitalgeberInnen zusammenführen. Der Startschuss zur Initiative erfolgte am Kick-off-Event vom 29. Oktober 2026 mit rund 200 Teilnehmenden am FMHW-Campus in Basel.

2025 wurden in den beiden Kantonen Baselstadt und Baselland insgesamt 2863 Gründungen und damit rund 10 Prozent mehr Firmen als 2024 im Handelsregister registriert. Diesem Rekordhoch stehen jedoch auch mehr Konkurse gegenüber. Tendenz steigend.

«Dabei ist der «ran out of cash» laut dem US-Daten- und Analyseunternehmen «CB Insights» der zweithäufigste Grund, warum auch hiesige Startups scheitern. «Die Region Basel hat zwar viel Kapital in Form von Banken, Family Offices, Stiftungen und Business Angels. Dieses steckt aber in Silos (fest), und beispielsweise Venture Capital ist nur für grössere Finanzierungsrunden zugänglich. Was fehlt, ist ein Ort, an dem sich geeignete KapitalgeberInnen und Startups regelmässig und strukturiert begegnen und direkt miteinander verbinden können», erklärt Moritz Kistenmacher, u.a. Geschäftsführer der Startup Academy Baselland und Präsident der «Startup Academy Schweiz».

Genau hier setzt die neue Initiative an: «Mit der Kapitalbrücke beider Basel wollen wir bestehende Finanzierungsmöglichkeiten in der Region besser zugänglich machen und erfolgsversprechende Jungunternehmen aus allen Branchen und Bereichen beim Aufbau und ersten Wachstum unterstützen», so Kistenmacher. Dazu sind ein- bis zweimal mal pro Jahr ein Netzwerkanlass und zwei- bis dreimal jährlich eine Pitching Night vorgesehen, an der ausgewählte Startups ihre Geschäftsmodelle vor potenziellen InvestorInnen, Business Angels, Venture Capital-Gesellschaften, Family Offices, VertreterInnen von Banken und Stiftungen päsentieren und die passenden Kandidaten an den darauffolgenden Matching-Gesprächen zusammenkommen.

Start mit Jungunternehmen aus der Kreislaufwirtschaft und Technologie
Der Zugang für Startups erfolgt über ein Bewerbungsformular und ein Expert:innen-Team wählt die Startups aus welche zur Pitching-Night eingeladen werden. Zielgruppe der Kapitalbrücke beider Basel sind Unternehmen in der Pree-Seed, Seed und Series A Phase. Gestartet wird mit zwei Clustern – der Kreislaufwirtschaft mit Basel Circular und Innovation & Technologie mit BaselTech als Leitpartnern. (Unterstützt wird die Initiative auch von der Standortförderung Baselland.)

Weniger Zeit ins Pitchen investieren

Das Interesse an der neuen Plattform ist gross: Am Kick-off vom 29. Oktober am Dreispitz-Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz nahmen rund 200 VertreterInnen aus Wirtschaft und Politik bzw. aus der regionalen Startup- und Finanz-Szene teil. Fazit: «Jungunternehmen müssen zu viel Zeit in Pitchings investieren, statt auf den Aufbau ihres Geschäfts zu fokussieren. Geld ist genug da, doch gilt es auch, die Schweizer Finanzierungs-Kultur zu ändern. Die Kapitalbrücke kann hier Abhilfe schaffen.»

  • Die erste Pitching Night ist am 2. Dezember 2026 geplant.

Legende Bannerfoto (v.l.): Markus Kindle (Präsident Startup Academy Basel), Markus Fischer (Geschäftsleitung Startup Academy Basel), Victoria Juretko (Gründerin Peva Project), Peter Riva (Präsident Startup Academy Baselland), Lukas Hug (Grossrat Basel), Moritz Schiller (Gründer Mycrobez), Christian Dreyer CFA (Investor), Thierry Gilgen (Serial Entrepreneur & Founder Tatami-Rooms), Alexandra Beckstein (CEO QAI Ventures), Michel Matt (Gründer MyCamper), Moritz Kistenmacher (Initiator Kapitalbrücke), Andreas Meyer (Serial Entrepreneur und Business Angel), Philipp Lichtenberg (Marketingleiter Kapitalbrücke)
Bild: denkweisend

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