Seit 2023 haben rund 150 Gründungs-Interessierte am zweimal jährlich stattfindenden Event von startup baselland teilgenommen. An den Workshops werden aus spannenden Geschäftsideen konkrete Angebote geschmiedet. «Eine super Gelegenheit, um in der Gruppe rasch eine erste Skizze zu challengen», meint eine Teilnehmerin. Begleitet von den Partnern der Initiative und aus der Region, ist daraus so manches Unternehmen entstanden. Von der Drohnen-Technologie für schwer zugängliche Orte bis zum anwendungsfreundlichen Spekulum zur Untersuchung der Scheide – diese und andere Innovationen bahnen sich heute ihren Weg in den Markt. Hier einige Entstehungsbeispiele und Feedbacks:
Anne Ulvestad erinnert sich gerne an die Startup Schmiede vom September 2024 zurück: «Die Erfahrung an diesem Abend war einzigartig. Gar nicht geplant, entschied ich mich spontan dazu, am Workshop meine Geschäftsidee zu teilen. Dabei stiess ich auf zwei hilfsbereite Teilnehmer, die mit mir mein Geschäftsmodell diskutierten und prüften. Die 'Business Model Canvas'-Vorlage mit den Post-its hängt bis heute in meinem Büro und ist immer noch genauso relevant wie damals», betont sie.
Bereits drei Monate nach dem Event gründete Anne Ulvestad die INNOSIAMO AG in Allschwil. Die Beratungsfirma fokussiert auf Strategieentwicklung und -Durchführung in Life Science und Healthcare für Firmen in der Schweiz und in nördlichen Ländern. Die Jungunternehmerin baut jetzt zusammen mit dem «Life Science Cluster» den «Swiss-Nordic Life Science Exchange» auf – eine Plattform, «die Menschen, Technologien, Fachwissen und Kapital zwischen zwei weltweit führenden LS-Ökosystemen miteinander verbindet». (Ein erster «Exchange Day» findet am 30. September statt.)
Auch für Tobias Brehm kam es an der «Startup Schmiede» vor zwei Jahren zur Initialzündung, sich selbständig zu machen. Auch ihn «ermutigte vor allem der Austausch mit Gleichgesinnten und Experten zu diesem Schritt». Dort wurde er bei der Erarbeitung seines Geschäftsmodells professionell begleitet.
Im Workshop definierte er in der Gruppe die so genannte «Pain» und USP, wo seine spezialisierte Technologie ansetzt – nämlich dort, wo Menschen nicht oder nur schwer Zugang haben, weil es zu eng bzw. gefährlich ist. Mit einem speziellen Sensor kann der gelernte Geologe Hohlräume jeglicher Struktur hochpräzise vermessen – von der Architektur über Bergbau bis zur Wasserkraft und von Aufzugsschächten über Rohrleitungen bis zu Tunneln.
Bei der weiteren Erarbeitung des Businessplans liess er sich vom Business Park Baselland coachen und gründete im Februar 2025 die DroneXploration GmbH mit Sitz in Münchenstein. Mittlerweile hat Tobias Brehm mit seinem Startup sprichwörtlich abgehoben: So setzt der Höhlenretter und Seilzugangsspezialist seine Technologie schweizweit in verschiedensten Branchen und Bereichen erfolgreich ein. (An der Startup-Schmiede vom 15. September wird er von der spannenden Entstehung und Entwicklung seines Unternehmens erzählen.)
Auch Satoshi Sugimoto wurde an der «Startup-Schmiede» im April 2025 zusätzlich zum Schritt in die Selbständigkeit inspiriert und erhielt am Workshop «guten Input» zur Verfeinerung seines Geschäftsmodells.

Der Senior-Mediensprecher und -Verantwortliche für die externe Kommunikation bei Novartis Schweiz wollte damals noch nicht in Frühpension gehen. Stattdessen vollzog er im September 2025 konsequent die Gründung der Sugimoto Partners GmbH mit Sitz in Therwil.
Bei der Ausarbeitung seines Geschäftsmodells und Businessplans beriet ihn Gaudenz von Capeller, Geschäftsführer beim Business Parc. Sein Angebot fokussiert der PR-Profi auf Issue- und Krisen-Kommunikation sowie Media Relations und hat bereits volle Auftragsbücher. (Zur Story.)
Nicola Renfer aus Frenkendorf hat aus der «Not eine Tugend gemacht». Von Kindheit an mit Migräne belastet und durch Long Covid langfristig physisch beeinträchtigt, entdeckte sie während der Pandemie ihre Leidenschaft für Lyrik und entwickelte ein innovatives Geschäftsmodell. Mit ihrer Wortpoesie will sie (anderen) chronisch Kranken helfen. Daraus erarbeitete die «ArchiTextin» spezifische Angebote für den Gesundheits- und Ausbildungs-Sektor.
Die Startup Schmiede vom April 25 fand sie einen «sehr gelungenen, anregenden und lehrreichen Abend». Im Workshop erhielt sie von ihrer Gruppe Tipps, wie sie ihre Zielsegmente und Partner (u.a. Kliniken und Seniorenheime) besser erreichen kann und bekam Kontakte dazu vermittelt.
Heute arbeitet die ehemalige Lehrerin mit diversen Institutionen zusammen, trägt ihre Poesie u.a. im Rahmen von medizinischen Lesungen vor und bietet in ihrem Webshop mit ihrer Wortkunst bedruckte Taschen, Karten, Bleistifte und Kalender an.
Claudia Fricker war an der Startup-Schmiede vom September 2024 dabei mit dem Ziel, ihre ausgereifte Geschäftsidee – Unterstützung von KMU beim Innovations-Management – in die Praxis zu überführen: Über welche Kanäle sollen die Kunden erreicht werden, welches sind die «Schlüsselaktivitäten? Welche Ressourcen gilt es dazu einzusetzen, und wo gibt es allfällige Unterstützungs-Partner?
Empfehlungen und Anregungen dazu bekam sie im interaktiven Workshop: «Ein tolles Format. Super, um rasch eine erste Ideen-Skizze zu challengen und vor anderen zu pitchen. Dabei tut ein Perspektivenwechsel gut und kann ehrliches Feedback sehr erfrischend sein.» Seither hat die die ausgebildete Business Adminstratorin ihre Geschäftsidee ständig weiterentwickelt. Als «Innovations-Designerin» (u.a. an Fachhochschulen) unterwegs, macht es ihr heute sichtlich Spass, «(Jung)Unternehmende zu befähigen, sich mit ihren Services von anderen Anbietenden abzuheben. Gerade das Alleinstellungsmerkmal ist eine ganz wichtige Voraussetzung, um am Markt zu bestehen», weiss sie aus eigener Erfahrung.
Gut Ding will Weile haben. Auch Dr. Kay Brunner nahm im April 2024 an der Startup-Schmiede teil und half in der Arbeitsgruppe von Claudia Fricker mit (Foto Mitte). «Das Programm und interaktive Workshop-Format sowie das Angebot von startup baselland», gefielen ihm besonders gut.
Bei der Vorbereitung zur Selbständigkeit wurde er durch das Mentoren-Netzwerk des Business Parks Baselland unterstützt. Im August 2026 gründete der erfahrene Mediziner, Betriebswirt und Manager die KAYSTONE GmbH mit Sitz in Oberwil. Sein Angebot: Start-ups, Scale-ups und Investoren strategisch im HealthTech- und Life-Science-Sektor zu begleiten. Darüber hinaus arbeitet er heute eng zusammen mit «Basel Area Business & Innovation» in Allschwil sowie mit «uptownBasel» in Arlesheim und QAI Ventures – einem dort angesiedelten Startup-Beschleuniger und Risikokapitalgeber im Bereich Quantum Computing und KI.
Victoria Juretko, Gründerin von Peva Project, war schon einen wesentlichen Schritt weiter, als sie an der Startup-Schmiede im Sommer 2023 teilnahm: Sie hatte in Mailand einen Prototypen für ein anwenderfreundlich(er)es Spekulum zur Untersuchung der Scheide entwickelt und suchte Investoren dafür. Die besondere Design-Neuheit ist, dass die Patientin das Peva-Spekulum bei der Untersuchung selbst in der Hand halten und einführen kann. Der Name ist angelehnt an die Schnabelform eines Pelikans, das Instrument ist aus Kunststoff und nicht aus kaltem, hartem Metall gefertigt.
Am startup baselland-Event entwickelte Victoria Juretko ihre Geschäftsidee unternehmerisch weiter und bekam bei der Erarbeitung eines Vermarktung-Konzepts «weibliche Schützenhilfe» vom Business Parc (Foto rechts). «Ich bin sehr froh, an der Veranstaltung dabei gewesen zu sein. Dabei habe ich inspirierende Menschen kennengelernt und interessante Ideen sowie Vorträge gehört. Am Workshop konnte ich das Spekulum vor den anderen Teilnehmenden präsentieren und erhielt hilfreiches Feedback.»
Später zeichnete «Innovation Basel» das Peva Project aus, und sie gewann u.a. den Design Preis Schweiz. Auch wurde sie finanziell gefördert – u.a. von der Gebert Rüf Stiftung und im Rahmen des BRIDGE-Programms von Innosuisse und dem Schweiz. Nationalfonds für den «Proof of Concept». Damit vollzog sie weitere entscheidende Schritte Richtung Validierung und Marktreife.
Léonie Schaub verfolgt seit November 2025 ein hybrides Modell aus Selbstständigkeit und Festanstellung. Unter ihrem Namen ergänzt mit «Medien, Innovation & Bildung» bietet sie heute freiberuflich KI-Workshops und -Beratungen an. (Mit ihren Kursen im Haus der Wirtschaft vermittelt sie Berufsbildnern Orientierung im digitalen Wandel.) An der Startup Schmiede letzten September übte sie, wie sie aus ihrer Geschäftsidee ein Start-up aufbaut und feilte mithilfe vom Business Model Canvas an ihrem Geschäftsmodell für ein KI-Lernspiel – das sie bereits in ihrer Bachelor-Arbeit entworfen hatte – kombiniert mit anderen Services.
Nach zehn Jahren Festanstellung wagte Simone Holzherr einen Schritt, «der schon länger in meinem Kopf war» und machte sich mit «kommunikationswerk» selbstständig. Ihre ganzheitlichen Marketing- und Kommunikationsleistungen bietet sie auf Freelance-Basis, für einzelne Projekte oder auch in einer Teilzeit-Anstellung an. An der Startup-Schmiede, an der sie diesen März zusammen mit ihrem Mann teilnahm, verfeinerte sie im Team ihr künftiges Kommunikations-Angebot und wurde bei der anschliessenden Firmengründung vom Business Park Bl begleitet (Foto Mitte).

Olesja Bannov hatte ihre Firma bereits ein Jahr zuvor gegründet, ehe sie an der Startup-Schmiede letzten März teilnahm (Foto links). Mit «Shakti Nest» bietet sie in ihrer Praxis v.a. Frauen eine ganzheitliche Gesundheitsbegleitung u.a. bei Beschwerden im Bauchraum an. Ihr gemischtes Leistungs-Portfolio reicht vom hormonellen Yoga über Fasten bis zur Kakao-Zeremonie.
An der Startup-Schmiede arbeitete sie mit ihrer Gruppe (u.a. zusammen mit Simone Holzherr) daran, ihre Leistungen gezielter auf ihre Kundensegmente ausrichten, zu bewerben und vertreiben. «Den Live-Event von startup baselland kann ich wärmstens empfehlen: tolle Coaches, wertvolle Tipps und eine persönliche Begleitung bei der Ausarbeitung deiner Idee. Auch wenn du mehr aus deinem Unternehmen machen möchtest, bist du bei der Startup Schmiede genau richtig.»
Bericht: Kathrin Cuomo-Sachsse, Redaktion startup baselland