news vom 12.03.26

Neue Plattform für Unternehmensnachfolgen

Der Business Park Baselland lanciert eine neue Plattform zur Unterstützung von Unternehmensnachfolgen in der Region und schafft damit eine strukturierte Anlaufstelle für Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Nachfolgelösung suchen. Ziel ist, diese mit geeigneten Interessenten zusammenzubringen und so die langfristige Sicherung von KMU im Baselbiet zu stärken. Kostenlos und organisationsübergreifend ist die neue Plattform laut Geschäftsführer Michele Matt "einzigartig in der Region und sogar in der Schweiz". Wer eine Firma übernehmen und weiterentwickeln will, kann sich zudem und ebenfalls kostenlos durch den Business Park Baselland beraten lassen. Der Aufbau der Matchmaking-Plattform wurde von der Standortförderung Baselland mitgetragen.

Die Schweiz ist ein Land der kleinen und mittleren Unternehmen: Rund 624’000 Unternehmen sind hierzulande tätig – 98 Prozent davon sind KMU mit weniger als 50 Mitarbeitenden. In den kommenden fünf Jahren stehen jedoch rund 90’000 KMU vor einer Nachfolgeregelung. Davon betroffen sind mindestens 500’000 Arbeitsplätze.
Fehlt eine geeignete Nachfolgelösung, droht häufig die Geschäftsaufgabe.

12'000 Firmen in der Region von offener Nachfolge betroffen

Studien (von BFS/SECO und Dun & Bradstreet) zeigen, dass jedes dritte Unternehmen mangels Nachfolge liquidiert werden muss – mit entsprechenden Folgen für Arbeitsplätze, Know-how und regionale Wertschöpfung.
Die Nordwestschweiz ist hierzulande die am stärksten betroffene Region: Rund 16 Prozent aller KMU stehen vor einer offenen Nachfolge, was etwa 12’000 Unternehmen in der Region entspricht. Allein im Kanton Basel-Landschaft betrifft dies rund 3’200 KMU. Und 2026 werden 284 Nachfolgeregelungen erwartet.

Mit der neuen Plattform schafft der Business Park Baselland eine strukturierte Anlaufstelle für Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihr Unternehmen übergeben möchten, sowie für Personen, die ein bestehendes Unternehmen übernehmen und weiterentwickeln möchten und bietet letzteren kostenlos eine Beratung bzw. Coaching durch erfahrene Mentor:innen an.

"Nachfolgemarktplatz" auf Website öffentlich zugänglich

Das neue Portal basiert auf einem anonymen Matchmaking-System, das VerkäuferInnen und passende Übernehmende gezielt zusammenführt. Der "Nachfolgemarktplatz" ist auf der Business Park BL-Website über das Hauptmenü öffentlich zugänglich. Hier finden Interessierte geprüfte Inserate und können ein Käufer-/Verkäufer-Profil (mit Keyfacts, Unternehmensbeschrieb etc.) sowie Kauf- bzw. Verkaufsangebote erstellen und dazu eine Anzeige aufsetzen. Bisher sind im Portal vier Angebote und fünf Gesuche aufgeführt und über 20 Branchen aus der Region festgehalten.

"Im Unterschied zu klassischen Nachfolge-Plattformen ist das neue Angebot organisationsübergreifend sowie vollständig kostenlos und damit einzigartig in der Region, sogar in der CH. Gleichzeitig verfolgen wir den Anspruch, die umfassendste Lösung der Region aufzubauen", betont Michele Matt, Geschäftsführer des BP BL.

Breites Partner-Netzwerk

Dazu arbeitet die Initiative bereits mit einem breiten Netzwerk von Partner-Organisationen zusammen. Zu den beteiligten Partnern gehören unter anderem BDO, das KMU Nachfolgezentrum, verschiedene Treuhandgesellschaften sowie Banken wie BLKB, Valiant und Raiffeisen. Diese Partner bringen ihre Nachfolgefälle in das Netzwerk ein und profitieren gleichzeitig von zusätzlichen Möglichkeiten zur Vermittlung.

"Unternehmensnachfolgen sind ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Wirtschaftsstandorts. Viele erfolgreiche KMU stehen vor der Frage, wie ihr Lebenswerk weitergeführt werden kann. Mit der neuen Plattform wollen wir dazu beitragen, passende Nachfolgelösungen einfacher zu finden und damit Arbeitsplätze sowie unternehmerisches Know-how in der Region zu sichern“, sagt Michele Matt, Geschäftsführer des Business Park Baselland.

"Arbeitsplätze und unternehmerisches Know-how sichern"

Die Entwicklung der Plattform wurde durch die Standortförderung Baselland finanziell unterstützt. "Der Kanton ist mit einem Thema konfrontiert, das gelöst werden muss. Es besteht grosser Handlungsbedarf", betont Thomas Kübler, Leiter Stafö BL: "Die Initiative ist Teil unserer Bestrebungen, den Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken und Nachfolgen in der Region aktiv zu begleiten. Wir wollen Unternehmen aus der Vergangenheit erfolgreich in die Zukunft führen."

2025 waren 1444 Gründungen im Baselbieter Handelsregister eingetragen. "Neue Firmen bringen Dynamik in den Wirtschafts- und Lebensraum. Dabei ist die Qualität und auch die Überlebensquote deutlich höher, wenn angehende UnternehmerInnen bei der Gründung und auch bei der Übernahme einer Firma gecoacht bzw. begleitet werden. Diese ist langfristig ein gutes Investment", so Kübler.
Die Standortförderung ermöglicht im Rahmen ihrer Initiative "startup baselland" ihren Partner-Organisationen, u.a. dem Business Park Baselland, das Angebot einer kostenlosen Gründungsberatung.

Rekordjahr bei Gründungsberatungen

Dieser blickt laut Michele Matt auf ein Rekordjahr zurück: 100 Erstgespräche wurden 2025 geführt, 16 Businesspläne erstellt und 56 Gründungen (mit HR-Einträgen) begleitet. Von Handwerkern über Digital Services bis zum Coaching befinden sich unter den Betreuten die unterschiedlichsten Branchen und Bereiche. Selbst ein Windelgeschäft, Katzenkaffe oder Hundespazier-Service gehören zu den Geschäftsideen und lassen sich neben Schweizern auch Personen mit Migrationshintergrund laut Matt beraten.

Ziele des Business Park Baselland für 2026/27 sind, zusammen mit den Kooperationspartnern die Zahl nachhaltiger Beratungen bei Neugründungen und Firmennachfolgen zu steigern. Dazu ist geplant, das bereits breite Netz mit bisher 30 MentorInnen sowie damit einhergehende Programm weiter auszubauen und gezielt (u.a. forciert im Nachfolgebereich) Events zu veranstalten und die Marketing-Massnahmen zu verstärken. Bereits wurde der Webauftritt modernisiert, und trugen auch die Social-Media-Massnahmen zu deutlich erhöhter Sichtbarkeit bei.

Bericht: Quelle Mitteilung von BP BL und redaktionelle Ergänzung/Bearbeitung: Kathrin Cuomo-Sachsse 

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