news vom 27.03.26

Mit der Idee durchstarten

Es sprühte nur so vor Kreativität und Enthusiasmus an der «Startup Schmiede» vom 19. März im Main Campus in Allschwil. Vom Schüler bis zur Pensionierten – die 12 Teilnehmenden des startup baselland-Events feilten am Workshop an drei Geschäftsideen. Sie liessen sich dabei vom Gründungs-Spirit und zum nächsten Schritt inspirieren: Alle vereinbarten noch am Anlass einen Beratungs-Termin mit den Coaching-Experten von Basel Area Business & Innovation (der Gastgeberin des Abends), vom Business Parc Reinach, Business Park Baselland und von der Startup Academy Baselland. Wie man direkt in die Selbständigkeit starten kann, veranschaulichte Kommunikations-Profi Satoshi Sugimoto mit seiner gleichnamigen GmbH.

Li ist Profi-Coach und Fan von Virtual Reality (Foto oben rechts). Ihr schwebt vor, über Zoom Gespräche mit Personen – die z.B. Probleme wie Phobien haben, Aussenseiter oder scheu sind – in einem vertraulichen Umfeld zu führen. Sie hat eine App entwickelt, die dazu eine so genannte immersive (digitale) Umgebung (u.a. mit Einsatz von VR) schafft. Für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee möchte sie sich am Event Tipps und Inspiration holen.

Joshua und sein Kollege sind beide Schüler am Wirtschaftsgymnasium in Basel. Seit Fasnacht geistert eine spannende Idee durch seinen Kopf: Er möchte eine Matching-Plattform aufbauen, wo sich «Problem-MelderInnen» und «Lösungs-ErbringerInnen» mit Hilfe von KI finden und miteinander verbinden können. Beide wünschen sich eine Anleitung zur Ausarbeitung der Geschäftsidee und Gründung einer «coolen» Firma.

Olesja hat ihre Firma bereits vor einem Jahr gegründet. Mit «Shakti Nest» («ein Ort, zu dem du kommen darfst») bietet sie in ihrer Praxis eine ganzheitliche Gesundheits-begleitung u.a. bei Beschwerden im Bauchraum an. Ihr gemischtes Leistungs-Portfolio reicht vom hormonellen Yoga über Fasten bis zur Kakao-Zeremonie. Sie sucht Unterstützung beim weiteren Aufbau und der Vermarktung ihres Angebots.

Hinterfragt und konkretisiert

Zu all diesen Punkten und Fragen rund um Gründung und Aufbau eines Unternehmens setzt die «Startup Schmiede», ein zweimal jährlich stattfindender Event von startup baselland, an.

Am Workshop trainierten die Teilnehmenden in Gruppen anhand dieser drei Fallbeispiele. Dabei vermittelten die Experten der vier Baselbieter Startup-Organisationen Methoden und praktische Tipps, um aus ersten Ansätzen tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Mit Hilfe vom Business Model Canvas (BMC) werden gemeinsam Ideen geschärft, kritisch hinterfragt und konkretisiert. Laut Moritz Kistenmacher von der Startup Academy Baselland, handelt es sich beim BMC um «einen leanen (schlanken) und strukturierten Startup-Ansatz, bei dem man einfach, effizient und in kleinen Schritten vorwärtsgehen kann. Ihr durchlauft einen Kreislauf, bis ihr das Geschäftsmodell für ein Produkt oder eine Dienstleistung beieinander habt.» In drei Gruppen unterteilt, definieren die Teilnehmenden am Workshop Wertangebote, Kundensegmente, Vertriebskanäle, Ziele u.a.m. und verwenden zur Visualisierung verschieden farbige Post-Its.

Knackpunkt Kundensegment

Als Knackpunkt erweist sich bei allen drei Kandidaten die Definition der Kundensegmente. «Die technische Basis eurer Idee erlaubt mehr Verknüpfungen», ermuntert eine Teilnehmerin die beiden Schüler. Könnte ihre Matching-Plattform («Graping-Tool») gar eine Art «Tinder für Startups» werden, entspinnt sich ihr Geschäftsmodell weiter.

Auch Olesja sprüht nur so vor Ideen (Foto links). So könnte sie neben Privatpatienten auch IT-Firmen, wo die MitarbeiterInnen viel sitzen, gesundheitlich begleiten. Sie möchte ihre Leistungen künftig gezielter auf ihre Kundensegmente ausrichten, bewerben und vertreiben.

Auch beim Coaching mit Virtual Reality mahnt Michele Matt vom Business Park Baselland zu mehr Fokus: «Starte mit einem Zielsegment. Dein Angebot kannst du später immer noch ausdehnen.» Li’s Mission ist, über «Magic Land» Coaches und Clients zusammenzuführen und es für jeden zugänglich zu machen. Als es im Workshop konkret auch um Kosten und Erträge geht, stellt sie fest, dass sie ihre Leistungen darauf herunterbrechen muss, was sie ihren Kunden verkaufen und damit verdienen kann. Sie nimmt sich vor, ihre Geschäftsidee weiter zu spezifizieren.

Angebots-Profil schärfen

Die TeilnehmerInnen lassen sich an der Startup Schmiede vom Gründungs-Spirit und zum nächsten Schritt inspirieren – auch zur Freude der Gastgeberin, Therese Schmutz von Basel Area Business & Innovation (Foto oben). Praktisch alle vereinbaren noch am Anlass einen Beratungstermin mit ihr und den anderen Startup-Experten.

So möchte Simone, die zusammen mit ihrem Partner am Anlass teilnimmt, ihr künftiges Kommunikations-Angebot verfeinern. Und Birgit plant, gemeinsam mit ihrem Mann den Schritt in die Selbständigkeit. Beide werden in den nächsten Jahren pensioniert und wollen Immobilien- und Sprach-Beratung unter einem Firmendach anbieten. Auch sie meldet sich zur Gründungsberatung an, um ihr «gemischtes Angebotsprofil zu schärfen und bewerben».

Eigene Firma statt Frühpensionierung

Einer, der es geschafft hat, von der Festanstellung – statt in die Frühpension zu gehen – direkt in die Selbständigkeit zu starten, ist der 60-jährige Satoshi Sugimoto mit seiner gleichnamigen GmbH (Foto rechts). Der Kommunikationsprofi schilderte seinen gradlinigen Gründungsweg und wie er mit Gaudenz von Capeller vom Business Parc tatkräftig Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung seines Geschäftsmodells erhielt.

Bericht: Kathrin Cuomo-Sachsse, Redaktion startup baselland; Fotos: Manu Field

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